Implantologie
Themen im Detail
   
Übersicht
Implantologie
 
Ursachen und Folgen von Zahnverlust
Ästhetik und Lebensqualität
Einsatzgebiete von Zahnimplantaten
Verträglichkeit von Implantaten
Haltbarkeit und Pflege von Implantaten
Erfolgsaussichten von Zahnimplantaten
Praeimplantologische Diagnostik
Die Implantation
Sinuslift
Professionelle Knochenregeneration
I P I - temporäre Implantate
Kosten von Implantation
Häufige Fragen zu Implantation
Stammzellentherapie
Metallfreie Zirkonoxidimplantate
Robodent® Implantatnavigation
Immundiagnostik
BioSeed® OralBone
Narkoseleistungen
Dental CT
Labortechnik
Knochentransplantation
Zoom!-Aufhellungssystem
Digitale Volumentomografie
Digitale Abformung
Mini-Implantate
Glossar
Patientenakzeptanz
   
 
Häufige Fragen zu Implantaten
 
 

Was sind überhaupt Implantate?
Implantate sind künstliche Zahnwurzeln, die in den Kiefer gesetzt werden. Implantate sind aus gewebefreundlichen Materialien hergestellt, welche vom Knochen reizlos toleriert werden. Auf das Implantat wird dann der Zahn aufgebaut.
nach oben

Halten die Implantate ewig?
Angestrebt wird sicherlich das Implantate möglichst ewig halten.
Implantate ragen wie natürliche Zähne durch die Mundschleimhaut in die Mundhöhle. Daher sind sie wie die Zähne ungünstigen Faktoren der Mundhöhle ausgesetzt. Diese sind: Speisereste, Zahnbeläge und die damit verbundenen Krankheitserreger. Bei unzureichender Pflege können ähnliche Prozesse wie beim natürlichen Zahn entstehen. Diese Prozesse können über Zahnfleischtaschen zu einem Knochenschwund führen und so das Implantat gefährden. Absolute Voraussetzung für einen Langzeiterfolg ist daher die Mundhygiene, die mit einer kontinuierlichen Betreuung auch nach Fertigstellung der Arbeit durch den Behandler unterstützt werden soll. Weitere Risikofaktoren für den Langzeiterfolg sind starkes Rauchen und bestimmte allgemeine Erkrankungen wie Diabetes Typ1 (Insulinspritzen), längere Cortisonbehandlung z.B. bei bestimmten rheumatischen Erkrankungen - aber auch ein schlechtes Knochenlager. Dieses Risiko sollte im Einzelfall so genau wie möglich abgeschätzt werden.
nach oben

Werden Implantate auch vom Körper abgestoßen?
Abstoßungsreaktion - wie sie bei Allergien bekannt sind- treten bei Implantaten, insbesondere denen aus reinem Titan extrem selten auf. Häufig wurden früher Entzündungen, die wir bei natürlichen Zähnen kennen und die natürlich auch bei Implantaten auftreten können, fälschlicherweise für Abstoßungsreaktion gehalten. Im Gegensatz zu früheren Meinungen, nachdem die Titanoberfläche geradezu eine chemische Verbindung mit den Knochenzellen eingehen sollen, zeigen neuere Untersuchungen, dass auch Titan zu einer unspezifischen Fremdkörperreaktion führt. Diese führt jedoch im Knochen nicht zu einer Abstoßung.
Auch wenn Titan die lang ersehnten Wünsche der zahnärztliche Chirurgie nach einem geeignetem Material für einen Zahnersatz im Knochen in vieler Hinsicht erfüllt hat, wird ständig an einer weiteren Verbesserung geforscht. Schwerpunkte der Forschung sind zum einen die Oberflächenoptimierung des Titan, aber auch komplett andere Materialien.
nach oben

Aus welchen Material sind Implantate?
Die am häufigsten verwendeten Systeme sind aus Reintitan. Titan verbindet sich gut mit Knochen. Es gibt hier so gut wie keine allergischen Reaktionen und Titan zeigt eine gute Stabilität.
nach oben

Welches ist das beste Implantat - System?
Diese Frage läßt sich nur generell beantworten. Die großen Implantatsysteme haben alle ein hohes Niveau erreicht. Jedes System hat in bestimmten Fällen Vorteile und in anderen Fällen wiederum Nachteile gegenüber Vergleichsfabrikaten. Ich vergleiche Implantatsysteme gerne mit Automarken. Die großen Marken stellen alle gute Autos her. Es gibt aber kein Auto, das in allen Teilaspekten allen anderen überlegen ist. Ich verwende 3i -, Branemark- und Semadosimplantate. Jedes große Implantatsystem verfügt in der Zwischenzeit über eine Vielzahl von verschiedenen Implantatformen und unzähligen Aufbauteilen.
Die Weiterentwicklung in der Oberflächenbeschichtung der Implantate wurde von der Firma 3i erreicht. Auch ich verwende die Implantate von 3i mit dieser Oberflächenbearbeitung, da ich sie gegenüber der "alten" Beschichtung für vorteilhafter halte.
nach oben

Brauche ich für jeden verloren gegangenen Zahn ein Implantat?
Nein: ein stabiles Implantat kann auch mehrere Zähne stützen. Die Belastbarkeit ist von der Ausgangslage des Knochens abhängig wie seiner Höhe, Dicke und Festigkeit aber auch der Stellung im Zahnbogen. Weiterhin ist entscheidend, ob das Implantat einen festsitzenden oder einen herausnehmbaren -auf der Schleimhaut getragenen Ersatz - halten soll.
nach oben

Wie viele Implantate benötige ich für den besseren Halt einer Prothese, nachdem alle Zähne verloren gegangen sind?
Angestrebt werden am häufigsten vier Implantate beim zahnlosen Kiefer (Stellungnahme der DGZMK 3/98). Eine Lösung von zwei Implantaten verbessert zwar den Halt, bietet aber weniger Stabilität als vier Implantate. Soll die Lösung festsitzend sein (also nur noch durch Lösen von Riegeln oder Schrauben zur Reinigung zu entfernen sein), so werden standardmäßig sechs bis acht Implantate im Unterkiefer und acht bis zehn Implantate im Oberkiefer empfohlen. Natürlich muss man individuell die Anzahl bestimmen, so kann ein langes Implantat mehr Kaudruck abfangen als ein kürzeres.
nach oben

Wie lange kann ich nach einer Implantatsetzung nicht arbeiten?
Meist ist die einwandfreie Arbeitsfähigkeit erst nach drei Tagen wiederhergestellt.
nach oben

Mit was für Beschwerden muss man rechnen?
Beschwerden treten für einige Tage auf, die aber mit einem Schmerzmittel gut zu unterdrücken sind. Weiterhin kommt es zur Schwellung. Die Schwellung steigert sich in den ersten zwei bis drei Tagen nach dem Eingriff und läßt dann wieder nach. Das Ausmaß der Schwellung ist sowohl von der Größe des Eingriffs als auch von der Kühlung des Patienten nach dem Eingriff abhängig. Weiterhin kann ein sichtbarer Bluterguß auftreten.
nach oben

Kann man sofort nach Entfernung eines Zahnes ein Implantat setzen?
Ja, aber..... Die sofortige Implantation hat den Vorteil einer kürzeren Wartezeit und vor allem einer schnelleren Nutzung des noch vorhandenen Knochens, da sich der dünne Knochen des Zahnfaches oft rasant schnell nach der Zahnentfernung abbaut. Es muss aber auf jeden Fall die Voraussetzung vorliegen, dass der Knochen nach Entfernung des Zahnes stabil ist und keinerlei Entzündung aufweist. Bei der Beurteilung dieser Situation ist ein Operationsmikroskop sehr nützlich.
Aus Sicherheitsgründen wartet man heute in der Regel vier Monate nach der Zahnentfernung ab. In diesem Zeitraum hat sich aus der Knochenhöhle des entfernten Zahnes neuer funktionstüchtiger Knochen gebildet. Eine gute Möglichkeit, Patienten nach Zahnverlust umgehend zu helfen, bieten Übergangsimplantate. Es handelt sich hier um dünne Implantate (gleiches Material wie die endgültigen Implantate, nur andere Form und Größe), die sofort belastbar sind, um dem Patienten gleich einen verbesserten Halt des Zahnersatzes zu bieten und wieder entfernt werden, sobald die endgültigen Implantate fest eingeheilt sind.
nach oben

Wie lange muss nach der Setzung des Implantates gewartet werden, bis die Prothese bzw. Krone angefertigt wird?
Entscheidend ist dabei der verwendete Implantattyp. Während bei den herkömmlichen Implantaten (Branemark) die Implantate drei bis sechs Monate einheilen müssen, ist man mit Hilfe der Osseotite Implantate von 3i in der Lage eine Weiterversorgung nach ca. 8 Wochen durchzuführen.
Abhängig ist die Wartezeit aber nicht nur vom Implantattyp, von der Lage des Implantates im Ober- oder Unterkiefer, sondern auch vom Allgemeinzustand des Patienten. So läuft z.B. die Knochenheilung bei einem jungen Patienten schneller ab als bei einem älteren Diabetiker.
nach oben

Muss ich mehrmals operiert werden?
Meist reicht ein Eingriff zum Setzen der Implantate. Bei Implantaten, die unter die Schleimhaut gesetzt wurden, muss man vor der Belastung der Implantate erst die Schleimhaut über dem Implantat entfernen. Dies geschieht in örtlicher Betäubung und ist im Vergleich zum Setzen der Implantate ein sehr kleiner Eingriff.
Es kann aber auch sein, dass zusätzlich vor dem Setzen der Implantate der Knochen aufgebaut werden muss.
nach oben

Gibt es ein Höchstalter für Implantate?
Nein: entscheidend ist nicht das nominelle Alter, sondern das biologische. Die Implantation bei einem 50jährigen Patienten nach Organverpflanzung stellt meiner Meinung ein höheres Risiko dar, als das nominelle Alter von 80 Jahren bei einem rüstigen Patienten mit guter Knochenstruktur.
nach oben

Ich habe Osteoporose, kann man dann noch Implantate setzen?
Ich sehe in der Osteoporose kein Ausschlusskriterium für Implantate. Ich lasse allerdings dem Knochen nach der Implantatsetzung mehr Zeit, bis ich die Implantate belasten lasse. Gegebenenfalls bietet sich hier die Verwendung von Wachstumsfaktoren (Thrombozytenkonzentrat) an.
nach oben

Mein Kiefer ist schon stark geschwunden. Gehen dann noch Implantate?
Für einen sicheren Langzeiterfolg sollte der Kiefer in der Regel eine Breite von mindestens 5mm und einer Höhe von 10mm haben. Die Kieferhöhe und -breite lässt sich mit einer Röntgenübersichtsaufnahme, manueller Untersuchung und gegebenenfalls einer Computertomographie bestimmen. Sollte nicht genug Knochen vorhanden sein, so ist ein Knochenaufbau möglich. Zum Knochenaufbau verwende ich, je nach der benötigten Menge: Knochenspäne aus dem Bohrloch des Implantates, Knochen aus anderen Regionen des Kiefers oder künstlichen Knochen. Im Seitenzahnbereich des Oberkiefer geht der Knochen bei Zahnlosigkeit zu Gunsten der Kieferhöhle verloren. Mit einer sogenannten Sinusbodenelevation, oft auch Sinuslift genannt, wird dieser Raum wieder mit Knochen aufgefüllt. 5 Monate später kann dieser neu geschaffene Knochen dazu verwendet werden, Implantate zu halten.
nach oben

Kann man auch bei Kindern oder Jugendlichen Implantate setzen?
Das setzen von Implantaten bei Jugendlichen wird zur Unterstützung einer Zahnregulierung durchgeführt. Die Implantate im Gaumen oder hinter der Zahnreihe können eine aufwendige Apparatur ersetzen.
Jedoch ist der Ersatz von verloren gegangenen Zähnen bei Jugendlichen durch Implantate wegen des noch nicht abgeschlossenen Kieferwachstums problematisch. Der Kiefer um ein Implantat wächst nicht normal weiter. Daher sollten Implantate nicht vor einem großen Wachstumsschub gesetzt werden. D.h. bei Mädchen bis 14 Jahren und Jungen bis 16 Jahren. Ich warte gerne noch länger (16 bzw. 18 Jahre) da auch nach dem großem Wachstumsschub der Kiefer ein bis zwei mm wachsen kann. (Bei Männer sogar bis 25 Jahre!!)
Sollten andere Möglichkeiten als die einer Implantation nicht in Frage kommen, so besteht die Möglichkeit über abschraubbare Zahnkronen das Wachstum des Kieferknochens durch Veränderungen der sichtbaren Zahnkrone kosmetisch auszugleichen.
nach oben

Muss ich für Implantate ganz gesund sein?
Nein, es gibt jedoch Erkrankungen die ein erhöhtes Risiko darstellen. Dazu gehören die Zuckerkrankheit, bei der Tabletten nicht ausreichen, Blutkrebs, Zustand nach Kieferbestrahlung und schwerer Herz- Kreislauferkrankung. Im Einzelfall erfolgt eine genaue Abschätzung des Risikos nach Rücksprache mit dem Hausarzt. Jedes Mal muss man eine Risikonutzenabwägung durchführen. So wird ein Patient, der wegen eines Magen- Darmkrebs eine Chemotherapie erhielt, trotzdem nicht von der Implantation ausgeschlossen werden, da der Magen- Darmtrakt ballastreiche Kost benötigt. In solchen Fällen wird die Abwägung der Vor- oder Nachteile immer im
Dreieck - Patient, Hausarzt, Implantoer - erfolgen.
nach oben

Wie oft muss ich nach der Implantatsetzung zu Kontrollen kommen?
Regelmäßige Untersuchungen der Implantate halte ich für dringend geboten. Frühstadien der Entzündungen sind viel einfacher zu behandeln, als schwere Entzündungen, die schon zu einem Knochenabbau geführt haben.
Ich bitte die Patienten in folgenden Abständen zu mir:
* Implantation: nach 2 Tagen, nach 7 Tagen, nach 3 Wochen und danach monatlich.
* Nach Abschluß aller Arbeiten: das erste Mal nach 2 Wochen, dann zweimal in einmonatigem Abstand, dann zweimal in dreimonatigem Abstand, dann zweimal pro Jahr.
nach oben

Wann ist eine Voroperation vor der Implantatsetzung notwendig?
Das Grundprinzip bei der Implantatsetzung lautet, dass das Implantat fest im Knochen sitzen muss. Wenn dies nicht gewährleistet ist, muss der Knochen vorher aufgebaut werden. Dies geschieht in der Regel einige Monate vorher, kann aber gegebenenfalls auch gleichzeitig vorgenommen werden.
Ist das Implantat nach dem Einsetzen fest, aber ein Teil des Implantatkörpers noch nicht vom Knochen bedeckt, dann kann man diesen Teil in der gleichen Operation mit Knochen abdecken.
Der Goldstandard zur Festigung und Abdeckung des Implantates ist eigener Knochen, da er zu keiner Abwehrreaktion führt und die Neubildung des Knochens mehr unterstützt als künstlicher Knochen. Die nach der Verpflanzung noch lebenden Knochenanteile sind Keimzellen für neuen, eigenen Knochen. Der Knochen zur Verpflanzung wird vorzugsweise von geeigneten Anteilen des Kiefers gewonnen.
Weiterhin besteht die Möglichkeit, kleinere Defekte mit speziellen Membranen und Knochenersatzstoffen aufzufüllen, dadurch vermeidet man den Entnahmeeingriff.
Ich rechne damit, dass eigener verpflanzter Knochen der Goldstandard bleibt. Z.B. lassen Untersuchungen über die sogenannte Distraktionsosteogenese vielversprechende Ergebnisse erwarten. Damit ist ein Verfahren gemeint, bei dem ein zu kleiner Knochen kontinuierlich gedehnt und dadurch vergrößert wird.

   
Startseite Impressum / rechtliche Hinweise nach oben
 
Übersicht