Zahnarztangst
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Rund sechs Prozent der Bevölkerung leiden unter Zahnarztphobie. Hierunter versteht man eine nicht angemessene Angstreaktion auf eine bestimmte Situation beziehungsweise eine fehlgeleitete Angst. Die Angst wird zu einer eigenständigen Bedrohung. Der Betroffene versucht, die Angst auslösende Situation zu vermeiden (Vermeidungsstrategie). Es entsteht ein Teufelskreis aus Befürchtung und Vermeidung, die "Angst vor der Angst".

Körperliche Symptome der Zahnarztphobie können sein Herzrasen, Schwitzen, Übelkeit, Kurzatmigkeit, Zittern und ähnliches. Viele Betroffene werden von ihrer Umwelt kaum verstanden. Freunden und Partnern ist das Ausmaß der Angst kaum zu vermitteln. Zahnärzten fehlt in ihrer zahnärztlichen Praxis zudem oft die Zeit, das nötige Wissen sowie die erforderliche Ausbildung, um auf die Patienten entsprechend einzugehen.

Bei der Therapie der Zahnbehandlungsphobie stehen verschiedene Ansätze zur Verfügung. Das Therapiekonzept muss jedoch individuell abgestimmt werden. In psychotherapeutischen Verfahren, wie z.B. der Verhaltenstherapie, lernen die Patienten mit der Angst auslösenden Situation umgehen zu können. Entscheidend für eine erfolgreiche Therapie ist jedoch das mitfühlende Gespräch zwischen Arzt und Patient, um dem Gefühl des Ausgeliefertseins entgegenwirken zu können.

Angst führt zu unregelmäßigen Zahnarztbesuchen
Gerade beim Thema Zahnbehandlung ist Angst ein häufiges Problem. Obwohl die Aussagen zur Häufigkeit in der Bevölkerung je nach Studie sehr unterschiedlich sind, ist eines klar: Nur sehr wenige gehen angstfrei zum Zahnarzt. Bei schätzungsweise einem Viertel der Erwachsenen führt die Angst zu Unterlassungssünden: Sie gehen nicht regelmäßig zum Zahnarzt. Sechs Prozent der Bevölkerung leiden unter einer Phobie, einer stark übersteigerten Angst, die nicht mit der realen Bedrohung übereinstimmt, nicht kontrollierbar ist oder über einen zu langen Zeitraum anhält. Diese Patienten können gar nicht mehr in Behandlung gehen. Um das Thema Zahnarzt zu meiden, unterlassen sie die gesamte Beschäftigung mit ihren Zähnen - einige Patienten putzen sich über Jahre nicht die Zähne, andere essen nur noch breiige Kost, um nicht kauen zu müssen. Das bedeutete eine massive Einschränkung der Lebensqualität, insbesondere wenn chronische Schmerzen hinzukommen.

Wie die Angst, so ist auch der Schmerz eine natürliche Funktion unseres Körpers, ein Warnsignal. "Halt! Nicht weiter, dir wird Schaden zugefügt!", schreit unser Körper.

Es ist ein unangenehmes Gefühl und nur natürlich, dass wir eine solche Situation meiden wollen. Es ist also sehr wichtig, dass eine Behandlung, wenn nicht schmerzfrei, so doch möglichst schmerzarm sein sollte. Hier stehen dem Zahnarzt viele Methoden zur Auswahl. Wir alle kennen z.B. eine Lokalanästhesie: Der Arzt gibt eine Spritze, und für mehrere Stunden ist die Wange taub und der Patient hat keine Schmerzen. Patienten mit einer Angststörung haben aber vielleicht schon anderes erlebt: In entzündetem Gewebe funktioniert die Betäubung teilweise nicht vollständig und es sind immer noch Schmerzen spürbar. Da Schmerzen sehr unterschiedlich erlebt werden, zuckt der eine nur mit den Schultern, ein anderer "steht senkrecht im Stuhl".

Hinzu kommt, dass unter Anspannung - wie bei der Angst - Schmerzen viel intensiver, stärker wahrgenommen werden, da durch die Angst die Aufmerksamkeit geschärft ist. Und so schließt sich der Kreis: Bei Angst verstärkt sich der Schmerz, und der Schmerz verstärkt die Angst.

Eine "Karriere" beginnt
Wie gerät man in diese ausweglose Situation? Häufig steht ein unangenehmes Erlebnis am Anfang einer solchen Angstkarriere, z.B. eine besonders schmerzhafte Behandlung. Andere Patienten erlernen ihre Angst von den Eltern oder sogar nur von gehörten und gesehenen Erlebnissen (Modelllernen). Des weiteren gibt es Menschen mit einer gesteigerten Bereitschaft zur Angst. Für sie genügen teilweise schon sehr geringe Reize, um eine derartige Angststörung auszulösen oder bestehende Ängste in andere Bereiche zu übertragen.

Was aber soll man tun, wenn die Angst immer größer wird, die Zähne schmerzen und kein Ausweg in Sicht ist? Zusätzlich stehen viele Betroffene vor einem großen Problem: Sie werden oft nicht verstanden. Angehörige können das Ausmaß der Angst nur schwer nachvollziehen - Zahnärzten fehlt in der täglichen Praxis oft die Zeit, um auf diese Patienten einzugehen. So fühlen sich Angstpatienten oft allein gelassen, und die Angst verstärkt sich weiter. Ein Teufelskreis beginnt. Am Ende steht, neben einem ruinierten Gebiss, eine psychisch erkrankte Person. Aber keine Angst, es kann geholfen werden!

Dem behandelnden Arzt und dem Patienten stehen viele Möglichkeiten offen. Das für den jeweiligen Patienten richtige Therapiekonzept muss jedoch individuell abgestimmt werden. Hypnose sowie andere Entspannungs-
techniken können z.B. vom Patienten erlernt werden. Bei der progressiven Muskelentspannung nach Jacobsen lernt der Patient, gezielt Muskelgruppen zu entspannen. Hierdurch kann auch eine seelische Anspannung gelöst werden. In der Hypnose leitet der Behandler den Patienten in eine Trance, eine Fokussierung nach innen. Bei der Behandlung ist es dem Patienten dann möglich, ohne drastische Angstreaktionen im Zahnarztstuhl zu sitzen. Diese Techniken sind unter Anleitung einfach zu erlernen.

Der "Situation Zahnarzt" die Stirn bieten
Auch die Vehaltenstherapie, ein Zweig der Psychotherapie, bietet gerade Angstpatienten vielfältige Möglichkeiten. Mit einem Therapeuten zusammen wird trainiert, die Angst auslösenden Situationen und Objekte - das Sitzen im Behandlungstuhl, das Betreten der Praxis, die typischen Geräusche und Gerüche in einem Behandlungszimmer - nicht mehr zu meiden. In einem vorsichtigen Prozess wird mit der am wenigsten belastenden Situation begonnen und die Konfrontation schrittweise gesteigert. Der Patient erlebt, dass die Angst, wie ihm eigentlich bekannt, tatsächlich nicht erforderlich ist.

Aber auch das so genannte bio feedback wird eingesetzt. Der Patient sieht kurze Video - Sequenzen von Zahnarztsituationen. Dabei hat er durch eine Fernbedienung die Kontrolle über den Ablauf. Zeitgleich werden, wie bei einem EKG am Herzen, die Hirnströme an der Stirn gemessen (EEK). Hierüber erhält der Patient eine Rückmeldung - ein feedback - über seine momentane An- und Entspannung. Sieht er nämlich etwas Beunruhigendes in dem Film, hält er diesen an und wird zu einer Entspannung angeleitet. Bei wieder eingetretener Entspannung wird wieder geguckt. Die Filmsequenzen werden immer länger, und am Ende kann der Patient, ohne sich belastet zu fühlen, der "Situation Zahnarzt" die Stirn bieten.

Dieses Verfahren können teilweise auch von Zahnärzten angeboten werden, häufiger jedoch von Verhaltenstherapeuten. Eine weitere Unterstützung der therapeutischen Maßnahmen kann durch die Gabe von Medikamenten, in diesem Fall Psychopharmaka, erreicht werden. Diese sollten jedoch nur in Verbindung mit einer weiteren Therapieform genommen werden. Werden sie allein verabreicht, ist die Gefahr einer Medikamentenabhänigigkeit groß. Das nächste Problem wäre programmiert.

Wenn alle anderen Therapieformen nicht greifen beziehungsweise ein akuter Handlungsbedarf bezüglich der Sanierung des Gebisses besteht, weil der Patient z.B. starke Schmerzen hat, bietet sich eine Behandlung in Vollnarkose an. Der Patient lässt sich im Tiefschlaf behandeln, er muss keine Schmerzen erleiden, und der Arzt kann sich auf seine Behandlung konzentrieren. Häufig kann ein Patient nach einer einmaligen Behandlung unter diesen Bedingungen seine Angst überwinden und wieder ein angstfreies Leben führen.

Information schafft Motivation
Bei aller technischen, therapeutischen und medikamentösen Hilfe sollte man eines nicht außer Acht lassen: Eine Hauptursache für die Angst vieler Patienten ist das Gefühl des Ausgeliefertseins, der Ohnmacht in der Behandlungssituation. Hier hilft nur das Gespräch und ein mitfühlender Umgang zwischen Zahnarzt und Patient. Eine ausführliche Information in vertraulicher Atmosphäre schafft die Voraussetzung für eine therapeutische Behandlung des Betroffenen -unter dem Motto: "Information schafft Motivation!". Aufklärung und Verständnis durch den Zahnarzt (z.B. Erklärung der einzelnen Behandlungsschritte und der Instrumente) sind eine wichtige Basis, um die Angst zu reduzieren. Der Zahnarzt sollte mit dem Patienten auch ein Stoppsignal vereinbaren, falls etwas zu unangenehm wird.

 

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